Nach dem schönen , aber auch anstrengenden Lauf von Freitag mit Sven, bin ich gestern nur lockere acht Kilometer ohne Zeit- und Herzfrequenzmessung durch die Weinberge gestreift um etwas Bewegung zu bekommen und an der frischen Luft zu regenerieren. Zu viel mehr war auch keine Zeit, da ich noch den Heckenschnitt vom Garten versorgen musste sowie Schaukel, Rutsche und Gartenmöbel winterfest einmotten musste. Gestern Abend war dann noch ein gemütlicher Abend mit etwas Rotwein und gutem Essen zum perfekten Wochenausklang, nach Erkältung und Terminstress, im Kreis der Familie angesagt.
Heute am Vormittag war ich viel zu faul um mich auf die Piste zu begeben, also wurde der Schreibtisch aufgeräumt und viele Kleinigkeiten erledigt, da die nächste Woche wieder Mal voll mit abendlichen Terminen und Rufbereitschaften ist. Manche Dinge lassen sich dann nur an faulen Sonntagvormittagen erledigen. Die Kinder wollten unbedingt zur Oma und damit war klar, dass ich am Spätnachmittag frei war um einen etwas längeren Lauf zu unternehmen.
Gegen 15.30 Uhr konnte ich dann starten, bei trübem und bewölktem Himmel bestand sogar die Chance auf etwas Regen, allerdings wurde ich diesbezüglich enttäuscht. Unentschlossen welche Strecke ich wählen sollte, lief ich erstmal ins Tal hinaus und musste wie üblich an Sonntagen ohne Regen einen Spaziergängerslalom durchführen um ans Ziel, also den Wald, zu kommen. Insbesondere in der Nähe von den bekannten Fresstempeln nahm die Dichte der gut genährten Sonntagswanderer zu. Jedoch brauchte es nur wenige Male ein kräftiges "Achtung" damit ich ausreichend Platz zum überholen hatte.
Im Wald wurde es bereits dämmrig und auch still, keine Ausflügler, keine Spaziergänger, nur ein einzelner Mountainbiker kam mir entgegen. Immer noch unentschlossen, welche Runde ich nun nehmen soll, entschloss ich ganz spontan die circa zwanzig Kilometer-Runde etwas modifiziert anzugehen. Die Modifikation bezog sich auf einen geteerten Weg, den ich kurzerhand durch einen kleinen Crosstrail ersetzte. Es war einfach nur schön, im Zwielicht der hinter grauen Wolken versteckten und im untergehen begriffenen Sonne über die Feld- und Waldwege zu laufen. Keine Menschenseele weit und breit dann auf dem Schurwald, erst als ich einen kleinen Weiler durchquerte sah ich wieder Passanten, die - natürlich - gerade einen Fresstempel verliessen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass unsere Region bald nichts anderes mehr zu bieten hat, wie Wein und Gasthöfe 
Nach 15 Kilometer liess ich den Wald hinter mir und lief im spärlichen Restlicht durch die Weinberge allmählich aber kontinuierlich abwärts. Nach knappen zwei Stunden war ich dann wieder zuhause und konnte mich entspannt und zufrieden in die Wanne legen, meine Kinder sind dann kurze zeit später auch eingetroffen, so dass wir uns gemeinsam zum Abendessen setzten.
Jetzt sitze ich hier mit einem Espresso doppio und selbstgemachten Cantuccini und kann mich über ein ausklingendes , aber sehr gemütliches Wochenende freuen. In diesem Sinne
Salut

Das Du kein schlechtes Gewissen bekommst.
Läufst an den Tempelgängern vorbei,verscheuchst sie noch,die bekommen ein schlechtes Gewissen so unsportlich zu sein und Du ziehst Dir ,sobald zuhause,kalorienreiches Mandelgebäck rein. ;-)
Stimmt,Schreibtische gehören nicht zum normalen Aufräum- und Putzprogramm genauso wenig wie die Ordner mit wichtiger Post zu befüllen.
Schönen Ausklang weiterhin....